Freitag, 5. März 2010

Karibu Tansania!

Lang, lang ist es her...

Naja… so langsam scheint die Zeit hier zu vergehen, dass man gleich alles vergisst.
Aber ich muss zubeben, dass ich eigentlich gar keine Lust hatte ins Internet zu gehen, sorry.

Hmmm… es ist eigentlich sehr viel passiert seit Weihnachten…

Unseren Weihnachtsurlaub haben wir ja in Kigoma verbracht – schee wars!
Wir waren Schnorcheln, Boot fahren, Zelten und sind am Strand gelegen… und da soll nochmal jemand sagen, in Kigoma kann man nix machen.
Und der Gombe Nationalpark, wo es fast nur Affen gibt, war echt ein Highlight. So nah hab ich noch nie nen Affen gesehen… und das in freier Wildnis. Faszienierend!

Naja, wir hatten auch sehr sehr gutes Wetter und die Folgen sind fast keinem erspart geblieben – Sonnenbrand. Teilweise sogar sooo schlimm, dass jemand (ich will etz keine Namen nennen :) ) sich keine lange Hose anziehen konnte und nicht mehr laufen und liegen konnte. Die Brandblasen sahen echt eklig aus, aber wer sich zweimal in die Sonne legt ohne sich einzucremen ist selber schuld :) Naja… Urlaub!!


Zurueck in Ngara… Kids san wieder in der Schule und alles ist noch beim alten…
Die Arbeit macht immer noch Spass und naja, obwohl es anstrengend ist, begeistert es mich immer wieder.


Zwischenseminar: auf nach Dar!!
Ganz ehrlich, ich wollte eigentlich nicht schon wieder weg. Der Urlaub hat mir an Reisen erstmal gereicht… aber Seminare sind pflicht. Also los…
Von Ngara nach Mwanza (Uebernachtung) und von Mwanza – eigentlich mit dem Zug – nach Dar. Aber natuerlich muss irgendwas auch schief gehen. Alle Zuege sind still gelegt, weil eine Bruecke eingestuerzt ist…
…dann halt doch mit dem Bus… schrecklich lange Fahrt, aber zum Glueck fast alles Teerstrasse.
Das einzige Problem, dass ich hatte, war Fieber. Und der nervige, laute Radio und danach der Fernseher haben meine Kopfschmerzen nicht besser gemacht.

Die erste Nacht in Dar haben wir in einem Haus direkt am Wasser verbracht. Die anderen Freiwilligen (aus dem Sueden) waren schon laenger dort und haben uns abgeholt. Ein echt schoenes Haus und tolles Wetter hatten wir auch.
Ich hatte leider nicht soviel davon, weil ich schon 40C Fieber hatte.
Am naechsten Tag musste ich also zum Doktor… Malaria testen… den Test konnte ich machen, aber das Ergebnis wusste ich noch nicht, weil die gerade keinen Strom hatten.
Super. Abends, bevor wir ins Seminarhaus gefahren sind, hab ich dann mein Ergebnis abgeholt – negativ. Die haetten mich einfach gehen lassen, wenn ich nicht selber gefragt haette, was ich gegen das Fieber machen soll. Also haben die Aerzte mir einfach mal Anti-Malaria Zeug und Paracetamol gegeben… mit der Aussage “meistens ist es doch Malaria” …Aha!?
Naja…
Ich bin dann am naechsten Tag erstmal in ne andere Dispensary und hab nochmal nen Test gemacht – negativ. Aber der Arzt hat sich wenigstens um mich gekuemmert.
Die ersten Tage vom Seminar hab ich mit Fieber im Bett verbracht. Nach einpaar Tagen wars endlich vorbei und ich durfte auch am Seminar teilnehmen.
War ganz interessant mal zu hoeren, wie es den anderen geht und mit welchen Problemen die zu kaempfen haben. Aber, weil ich eigentlich keine Probleme in meinem Projekt hab, muss ich ehrlich sagen, hat mir das Seminar nicht so viel gebracht.



Ich hab mich schon wieder auf meine Kids gefreut und auf Mama Kilala, die endlich wieder aus Deutschland zurueck war.


Marcus und Soeren haben sich entschieden, mit den anderen Freiwilligen in den Sueden zu fahren, um deren Projekte mal zu sehen.
Falsche Entscheidung…
Caro und ich sind nach dem Seminar zurueck nach Mwanza gefahren.
Marcus, Soeren und die anderen sind einen Tag spaeter mit einem Fahrer von einem Fahrunternehmen in den Sueden losgefahren. Anscheinend ist der Fahrer waehrend der Fahrt eingeschlafen und gegen einen Felsen bzw. eine Mauer gefahren. Das alles haben wir zufaellig mitbekommen, weil ein Priester, der sich bei Marcus verabschieden wollte (weil er in die USA gegangen ist) angerufen hat, kurz nachdem das passiert ist. Wir haben uns alle Sorgen gemacht. Nach langem hin und her telefonieren waren wir der Meinung (zusammen mit Nathalie), dass sie zurueck nach Deutschland geschickt werden sollten. Wir haben nur durchs Telefon mitbekommen, dass Marcus sich den Arm gebrochen hat und operiert werden muss und bei Soeren Zaehne locker sind. Aber zum Glueck durften beide nach Hause fliegen.

Beide wurden in Deutschland behandelt und ihnen geht es wieder besser. Soeren hatte einen Kieferbruch und Marcus einen Oberarmbruch.
Den Kieferbruch haben die in Tansania nicht einmal feststellen koennen.

Soeren ist vor zwei Wochen schon wieder hier angekommen. Und eigentlich weiss er selber nicht genau, was, wie, wo es passiert ist. Marcus muss noch einpaar Wochen warten, bevor er zurueck kommt, weil er seinen Arm noch nicht bewegen darf.
Mei, der fehlt uns hier schon gescheit.

Der Fahrer hatte einen Schaedelbruch – schrecklich.
Aber zum Glueck ist nichts schlimmeres passiert.

Den anderen Freiwilligen geht es gut… abgesehen davon, dass sich die meisten auch an nichts erinnern koennen.
Naja, Soeren ist wenigstens schon wieder da… jetzt warten wir alle nur noch auf Marcus, dass wir auch wieder komplett sind ;)



Wie es so (voraussichtlich) nach einem halben Jahr passieren sollte…^^
…hatte ich auch ein kleines Tief.
Man gibt ja sowas nicht zu, aber warum eigentlich?!
Was mir hier in Ngara fehlt, ist jemand zum reden – Freunde. Man kann hier einfach keine Freunde finden, weil viele Menschen immernoch denken, dass alle Weissen reich sind und so weiter…
Es sind schon sehr viele Leute zu mir gekommen, mit der Frage “Kann ich dein Freund sein?” …und wenn man fragt, was die unter Freundschaft verstehen oder warum grad ich ein Freund sein soll, dann kommt wirklich oft “Weil du weiss bist!”
Als koennte ich dann alle alle alle Freunde mit nach Europa nehmen – “weil das machen Freunde ja” …naja…

Ich vermiss hier meine echten Freunde und meine Geschwister. Einfach jemanden, mit dem ich ueber alles reden kann und der mir zuhoert, ohne etwas zu erwarten.


Aber… juhu juhu… ich hab Besuch bekommen!! Meine Schwester und meine Freundin sind gekommen und haben viel zu viele Sachen mitgebracht… ich hab mich riesig gefreut. Es hat mir echt gut getan mal jemanden von Zuhause zu sehen, die eigene Sprache zu sprechen und hmmm… Vollkornbrot zu essen ;)

…mein Tief ist auf alle Faelle verschwunden.

Aber leider geht so ein Besuch immer viel zu schnell vorbei. Schade!
Aber wenn mich wer besuchen will - “KARIBU SANA!” – ich wuerd mich freuen!


Direkt nach meinem Besuch ist…
Soeren zusammen mit Andrea und Matthias (unsere Verantwortlichen vom BDKJ) gekommen. Die sind gekommen, um Probleme zu besprechen und unsere Projekte anzuschauen. Aber wie schon gesagt, ein Besuch ist immer sehr kurz.


Naja… letztes Wochenende mussten Caro, Soeren und Nathalie noch aus dem Haus ausziehn und beim Putzen bin ich ja immer dabei :)


Und sonst… Karibu Tansania!
Ich geh jetzt arbeiten, die Kinder kommen bald aus der Schule heim.
Mei… die Kids sind sooo lieb!!
Ich mag meine Arbeit – es ist echt toll hier!
Mungu ambariki babu yangu!


Mimi akukumbukaye

Ene :)

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