Sonntag, 20. Dezember 2009



Heut mal nur kurz... also, mir gehts immernoch ganz gut :-)
Es behaupten zwar viele, dass ich schon abgenommen hab, aber das muss daran liegen, dass das Essen hier einfach viel gesuender ist und nicht, weil ich hier nix bekomme.
Zurzeit, also seit 4.12., sind Ferien und viele Jungs sind in dieser Zeit nach Hause gefahren bzw. gegangen. Nur acht Jungs (von denen die meisten keine Eltern mehr haben) sind hier geblieben.
Es wurde Grossputz gemacht und viel gearbeitet. Aber natuerlich auch gespielt und gebastelt.
Die Kids haben eine Krippe aus Ton gebastelt und ein Mobile mit Weihnachtswuenschen.
Ein Kind hat gesagt, er wuenscht sich "Amami" (=Frieden) zu Weihnachten - echt lieb!

Ich hab die letzten Wochen noch viel viel mehr ueber das Center erfahren, zB. das nach aussen ca. 40 Jugendliche unterstuetzt werden, die sich das Schulgeld nicht leisten koennen und ich hab erfahren, dass die Jugendlichen, welche die Primary School abgeschlossen haben, auch noch unterstuetzt werden. Die bekommen dann entweder die Moeglichkeit auf eine Secondary School zu gehen oder eine Arbeit anzufangen, aber die muessen ja auch irgendwo leben. Und das muss wiederrum jemand finanzieren.

Was auch sehr faszinierend war... ein Junge (ca.17Jahre) hat jetzt in den Ferien seine Mutter zum ersten Mal gesehen. Die ist, als er klein war weggegangen und sie hat gedacht, dass er schon verstorben ist. Unglaubliche Geschichte.

Und wir haben zuwachs bekommen - ein Kalb :-)


Ach... genau... einen kleinen Raubueberfall hab ich auch schon mitgemacht.
Vor einpaar Wochen in Mwanza. Naja, war ned so toll... aber am Ende auch nicht soo schlimm. Wollts eigentlich ned erwaehnen, aber Mama hats schon rausbekommen ;)


Jetzt ist bald Weihnachten... aber das sieht man hier nicht wirklich. Kein Schnee - komisch!! Kein Christbaum, keine Beleuchtung, keine Weihnachtsmusik...
eigentlich merkt man nicht wirklich, dass Weihnachten vor der Tuer steht.
Das fehlt mir hier schon gescheit!!


Aber Weihnachten mit Caro, Marcus, Soeren und Natalie am Tanganjka See wird sicher auch schoen... ich krieg warscheinlich nen Sonnenbrand, waehrend ihr lieben im Schnee versinkt! Tja, so ist das Leben halt :)


*Fuehlt euch alle gedrueckt*

Liebe Gruesse und schoene Weihnachtsfeiertage!!


Mimi akukumbukaye
Renate

Mittwoch, 18. November 2009

Polepole hapa katika Afrika…

Vor 3 Wochen, also am 26.10.2009, hab ich endlich in meinem Projekt angefangen!!!

Es gab zuerst ein kleines Durcheinander und dann konnte ich von einem auf den anderen Tag umziehen… “es gibt immer Überraschungen hier”

Und… jetzt wohne ich sogar direkt an meinem Projektplatz, nicht in der Parish, wie davor ausgemacht.



Über mein Projekt…

Erstmal – Es ist einfach super, ich glaub besser hätte es gar nicht laufen können!! Die Schwestern sind klasse, die Jungs haben mich echt lieb aufgenommen und die Arbeit macht richtig viel Spass!



Das Projekt trägt den Namen NAZARETI CENTER und wird von vier Ordensschwestern (Sr.s Sainte Chretienne) geleitet.
Die Schwestern kommen alle aus verschiedenen Ländern. Eine aus Belgien, eine aus Canada, eine aus dem Kongo und eine aus Ruanda.
Miteinander sprechen die Schwestern immer Französisch, mit den Kindern sprechen die Kiswahili und nur eine Schwester kann Englisch sprechen.
D.h. für mich, ich bin sozusagen gezwungen Kiswahili zu sprechen – aber ich werde Tag für Tag besser, denk ich.

Im Moment leben hier im Center 22 Jungs zwischen 7 und 17 Jahren. Aber die Anzahl der Jungs kann sich schlagartig ändern… es können neue dazukommen, wie gestern erst, und es kann passieren, dass Jungs sich entscheiden zu gehen, oder gehen müssen.



Alle Jungs sind aus verschiedenen Gründen hier bzw. haben sich aus verschiedenen Gründen für die Strasse entschieden – jeder schreibt sozusagen seine eigene Geschichte.
Viele haben getrennt lebende Eltern oder nur noch ein Elternteil und die neue Familie will oder kann das Kind nicht versorgen. Bei einpaar Jungs sind die Eltern verstorben und die nähere Verwandtschaft kann das Kind nicht mitversorgen oder es gibt keine Verwandten, zu denen das Kind gehen könnte. Es gibt auch Jungs, die zu Hause geschlagen oder ausgenutzt wurden… oder einfach von dort verstoßen worden sind.
Alle Geschichten sind auf irgendeine Art erschreckend und traurig.



Ich finde, man kann das Projekt an sich mit einem Kinder- und Jugenheim in Deutschland vergleichen – nur mit afrikanischen Verhältnissen.
Es gibt bestimmte Regeln, die die Jungs einhalten müssen,
es gibt zwei Waschtage, an denen jeder nach der Schule seine Sachen selbst wäscht – mit der Hand natürlich,
es gibt Wochenjobs, wie z.B. mit den Ziegen auf die Wiese gehen oder nach dem Essen Tische abwischen und kehren,
am Samstag gehen zwei Gruppen auf den Markt
und jeder hat seinen kleinen Tagesjob, wie z.B. die Milch zu den Leuten bringen, die Ziegen füttern oder schauen, ob die Duschen sauber sind.



Vormittags gehen die Jungs in die Schule. Die meisten gehen in die Primary School. Aber einpaar gehen auf eine extra Schule, für Jugendliche, die nicht eher in die Schule gehen konnten. D.h. die fangen mit ca.14 Jahren oder später erst mit der Schule an.
Um 12 Uhr kommen die jüngeren Jungs nach Hause und dann wird meistens gelernt, also Mathe- oder Leseübungen gemacht oder gewaschen, wenn Waschtag ist und einpaar helfen auch beim Kochen.
Die Jungs sind echt motiviert, was das Lernen angeht… wenn einer Übungen macht, dann will der ganze Rest natürlich auch ☺


Bis 15 Uhr sind dann die anderen Jungs auch zu Hause angekommen und dann gibt es erst Mittagessen. Die Afrikaner essen grundsätzlich später, als wir in Deutschland bzw. Europa.
Mittags ess ich immer zusammen mit den Jungs. Es essen ca. 4 bis 6 Leute von einer grossen Platte – mit der Hand, versteht sich ☺
Aber davor waschen sich alle die Hände in einer Schüssel (aber es gibt natürlich auch sauberes Wasser zum nachschütten)
Ich persönlich finde das Essen immer recht heiß, aber den Jungs scheint die Hitze weniger auszumachen… ich verbrenn mir meistens meine Finger.

Zum Essen gibt es oft Kochbananen mit Bohnen, aber auch Reis, Kraut, kleine Fische, Gemüse und was, dessen Namen ich immer vergess.
Aber meinetwegen könnte es jeden Tag Kochbananen geben – die schmecken sooo gut!! Ich mag die!



Nach dem Mittagessen wird ab und zu einbisschen gearbeitet, wenn was anfällt, fertig gewaschen oder einfach nur gespielt.

Aber zurzeit probier ich mit den Jungs immer Englisch zu üben. Die fragen mich schon Mittags oder Vormittags, ob ich meine Bücher holen kann.
Am Anfang hab ich versucht, dass vergleichbar wie in der Schule zu machen, d.h. eine kleinere Gruppe (mit ungefaehr dem gleichen Niveau) zusammen gesetzt und versucht was zu erklären. Aber meistens sind die Anderen auch gekommen und haben nur noch “Na mimi Renate” (= “und ich Renate”) gesagt und dann war Chaos groß.
Naja… mittlerweile schaff ich es, dass ich mit Einzelnen oder kleinen Gruppen Woerter üb und sogar einbisschen Grammatik.

Die Jungs lernen zwar in der Schule Englisch, aber meistens können die Englischlehrer in den billigeren Schulen auch nicht besonders viel.
Das merkt man vorallem, wenn man Abends oder Nachmittags durch den Ort geht und von allen Seiten “Good morning teacher” oder “Good morning Sir” hört. Die Kinder wollen ihr Englisch ausprobieren, aber eigentlich wissen die nicht einmal wirklich, was die sagen.

Ich hab mir mal ein Englischheft von einem unserer jüngeren Jungs angeschaut… ungefähr so:
This is a ruler.
This is an umbrella.
This is an orange.
This is a…

Und hinter jedem Satz ist das passende Bild. Aber oft wissen die nichtmal genau was sie eigentlich gemalt haben… und Grammatik gibts bei denen nicht wirklich.

Naja… ist echt ein super Punkt, an dem ich arbeiten kann!! Und es macht Spaß, weil alle sehr motiviert sind.
Englisch öffnet den Jungs später halt Türen zu besseren Berufen!



So… das Nazareti Center hat auch einpaar Angestellte, d.h. einen Nachtwächter, eine Köchin, die während der Woche für die Jungs kocht, und zwei Betreuer bzw. Erzieher, die abwächselnd jeden Tag von 17:30 Uhr bis in der Früh um ca. 9:30 Uhr da sind und sich mit den Jungs beschäftigen und auf sie aufpassen.


Zurzeit wird im Center gebaut. Es wurde eine neue Küche gebaut… aber man muss sich vorstellen, dass die alte Küche ein typisches Lehmhaus ist, winzig klein, mit zwei Feuerstellen am Boden und außerdem fällt sie schon langsam auseinander.
Und das aller erste Haus (ehemaliger Schlafplatz der Jungs und ein kleines Büro), auch komplett aus Lehm, wurde erst abgerissen und wird jetzt neu gebaut.
Es müsste noch einiges gemacht werden, aber es geht alles langsam “polepole” vorran, weil eben das Geld nicht da ist, um soviel auf einmal zu verbessern.



Das Nazareti Center durch Spenden aufrechtgehalten und finanziert. Es gibt eine Organisation in Europa, welche die Ausgaben für das Essen und das Schulmaterial (d.h. Schuluniform, Hefte, Stifte…) der Kinder übernimmt. Und sonst spenden Verwandte, Freunde und Bekannte der Schwestern was gebraucht wird dazu.
Man muss sparsam mit allem sein und die Kinder müssen lernen mit ihren Sachen verantwortugsbewusst umzugehen.



Insgesammt ist das Ziel der Schwestern, dass die Jungs nicht auf der Strasse leben müssen, in die Schule gehen können, Verantwortung lernen und irgendwann evtl. wieder zurück in ihre Familien können.

Deswegen wird auch immer der Kontakt zur Familie oder nächsten Verwandtschaft aufrecht
gehalten. Die Schwestern besuchen die Familien auch immer, um sich selbst mal ein Bild von der Familiensituation zu machen. Und auch, um zu schauen, ob das Kind nicht doch zu Hause leben könnte.
In den Ferien koennen die Jungs ihre Familien auch besuchen… das ist gut, um das Familienverhaeltnis wieder aufzubauen, denk ich.



Allgemein würde ich sagen, dass dieses Projekt super läuft, obwohl es erst vor ca. 3 – 4 Jahren gegründet wurde. Hier sieht man wenigstens, dass was vorran geht und die Schwestern sich wirklich fuer die Jungs einsetzten.


Also mir macht es Spaß und ich glaub echt, dass es nicht besser hätte laufen können!


Mimi akukumbukaye Renate ☺

Sonntag, 18. Oktober 2009

KARIBU TANZANIA

Sorry... hat ein bisschen länger gedauert...

...aber das ist in Afrika nun mal so ;-)


Welcome to Tanzania – Karibu Tanzania!


Ich fang jetzt einfach mal beim 15. September an.

Fliegen ist sooo unbeschreiblich toll! Man muss aber dazu sagen, dass ich zum ersten Mal geflogen bin... einfach herrlich! Ich war eigentlich nicht wirklich aufgeregt. Hab mich einfach nur gefreut, dass es endlich losgeht. Mama und Papa waren sicher viiiieeel aufgeregter als ich :-)

Der Flug war super – keine Schwierigkeiten. (...ich bin über die Sahara geflogen!! ) Und dann haben Caro und Ich noch einen netten Tansanier kennen gelernt, der uns am Flughafen in Dar es Salaam geholfen hat. *Danke Peter*


Geofrey, ein Freund von mir, hat uns vom Flughafen abgeholt und zu unserem Hotel (oder so) begleitet. Die Taxifahrt war unglaublich spannend, obwohl es schon dunkel draußen war. Ich wusste echt nicht wo ich zuerst hinschauen soll... so viele Menschen... so viele Eindrücke... einfach Wow!

Die erste Nacht in Tansania war sehr kurz. Am nächsten Tag gings gleich weiter nach Mwanza.

...mit einem netten kleinen Flugzeug :-)


Mama Kilala, eine echt liebe deutsche Frau, die schon seit ungefähr 40 Jahren in Tanzania lebt, hat uns abgeholt und uns gleich das wahre Leben in Afrika gezeigt....

Menschen, Farben, Getümmel, noch mehr Menschen...

bei uns sieht man nicht mal die Hälfte von der Menschenmenge, wenn man in der Stadt auf die Straße geht und da... da ist das jeden Tag so!


Bei Mama Kilala waren Caro und ich 2 Wochen – Sprachkurs und irgendwie auch so ne gewisse Eingewöhnungszeit. Unser Sprachlehrer war echt super... und mittlerweile kann ich mich auch schon einigermaßen gut verständigen. Die Sprache ist toll... und eigentlich nicht so schwer zum lernen.

Als ich das erste Mal in Mwanza in der „Innenstadt“ war (...Mama Kilala wohnt eher außerhalb...), hab ich mich ein bisschen komisch gefühlt. Alle, ja ich glaub wirklich alle Menschen, haben uns Weiße bzw. Europäer (Kiswahili: Wazungu) angeschaut bzw. angestarrt. Schrecklich!

Viele Kinder stehen da und schreien „Mzungu Mzungu!“ Und... viele denken auch, dass wir Weiße reich sind und deshalb müssen sie Respekt zeigen. Naja, ich finde das nicht so toll... aber man muss sich einfach damit abfinden, glaub ich.

Was ich in den ersten 2 Wochen auch gelernt hab, sind die kleinen Smalltalks... natürlich auf Kiswahili :-) It`s like this...

„Habari?“ - „Mzuri“ , „Habari za asubuhi?“ - „Njema“ , „Habari za nyumbani?“ - „Mzuri“ …

...jetzt kurz auf Deutsch... „Wie geht`s ...dir? / ...zu Hause? / ...deiner Familie? / ...heute? / ...usw.“

Und eigentlich antwortet man auf alles mit „Gut“ (= Njema, Mzuri, Salama...)

Also alles ist Super! ;-)


Mama Kilala hat nen eigenen Kindergarten (im Haus)... und Kinder sind halt die besten Lehrer... vor allem, wenn sie kaum Englisch sprechen. Mit Aniseti, die Haushaltshilfe von Mama Kilala, hab ich auch viel Kiswahili geübt... also er hat mir sehr viele Wörter beigebracht. Dafür hab ich ihm ein bisschen Gitarre spielen beigebracht – und wenn meine Gitarre das Jahr überlebt, dann schenke ich sie ihm, bevor ich wieder zurück flieg :-) Mei... der wird sich freun!! :-)



Essen...

...also, an alle die immer noch denken, dass ich in Afrika nur Käfer zum Essen bekomme...

CHAKULA NI KIZURI!!! - DAS ESSEN IST SUUUUUPER!

Ich liebe Ugali (Maisbrei), süße und normale Kartoffeln, Reis, Kochbananen und süße Bananen, den Fisch aus dem Viktoriasee und auch alles andere... vor allem das frische Obst aus dem Garten...

*P.S.: Hab nen Bananen- und nen Mangobaum im Garten* *g*


also... die Afrikaner haben echt ne super gute Küche!! und gesund!! wenig bis kein Fett :-)



Am 30. September wurden Caro und ich dann abgeholt... um endlich in unsere Einsatzorte zu gelangen ;-) Father Didas, Marcus und Sören haben uns abgeholt... (an alle die das noch nicht wissen... Marcus und Sören sind schon im August geflogen, d.h. ein Monat früher als Caro und ich; und die zwei sind auch Freiwillige vom BDKJ)

...naja, auf alle Fälle war die Fahrt nach Rulenge super... erstmal mit der überfüllten Fähre ans andere Ufer und dann.... waren wir mitten in der Pampa.

Faszinierend... dieses Land... einfach faszinierend! Wir sind bloß der roten Straße gefolgt... mitten im Nichts... sind durch ein paar kleine Orte gefahren und überall verstreut zwischen den Bananenbäumen waren immer wieder mal zwei bis drei kleine Lehmhäuser. Und auf der Straße ist aber trotzdem immer was los... Menschen, keine Autos, aber viele Menschen zu Fuß oder mit dem Fahrrad und meistens haben die noch irgendwas auf dem Kopf getragen.


Die tragen echt alles auf dem Kopf, egal ob Wasserbehälter, Bananenstauden, Körbe, Baumstämme oder Schultaschen... unglaublich!


Was man in Tansania schnell lernt, ist... erste Regel – Linksverkehr und zweite Regel – Hupen statt Bremsen! Bremsen wäre auf den Sandstraßen eh nicht so gut... aber man muss dann eben wissen, dass das Hupen bedeutet „geh aus dem Weg“ :-)



Rulenge...

ach ja, ich bin die ersten Wochen in Rulenge, dh. ich kann noch nicht in meinem Projekt anfangen, weil mein Projektplatz ja in Ngara ist (ca. eine Stunde weit weg, mit dem Auto).

Das Problem ist... ich hab noch keinen Schlafplatz in Ngara, weil ich eigentlich in der Parish schlafen soll, aber der Bischof ist noch nicht umgezogen. D.h. für mich, ich muss erstmal warten bis der Bischof in sein neues Haus eingezogen ist und dann kann ich nach Ngara ziehen und endlich in meinem Projekt anfangen.

Ich hoffe, (wenn alles so klappt, wie`s sollte) dass ich spätestens Anfang November anfangen kann.

*wie schon gesagt, hier in Afrika ist alles ein bisschen langsamer* PolePole


Jetzt bin ich ja schon ungefähr zwei Wochen in Rulenge, wohne momentan bei einer Entwicklungshelferin, zusammen mit Caro, Marcus und Sören, und gehe fleißig mit Caro zur Arbeit ...Caro`s Projektplatz ist das Waisenhaus in Rulenge.

Wir wohnen in einem sehr europäisch eingerichteten Haus (das Haus hat eine deutsche Familie gebaut, die bis vor ein paar Monaten noch hier gelebt hat). Wir haben einen Wassertank, Strom und eigentlich alles was man so zum Leben braucht.

Obwohl ich manchmal gern nen Kühlschrank hätte :-)



Wasser...

Zurzeit haben wir so kleine Wasserprobleme... also wir haben schon Wasser, aber die Pumpe ist immer wieder mal kaputt und jetzt im Moment haben wir nur Wasser aus dem Eimer.

Wir waren selber Wasserpumpen... wie die Afrikaner...

geduscht wird halt aus dem Eimer und man muss sparsam sein – das lernt man schnell! Das mit dem Klo ist halt so ne Sache, aber was am meisten ärgerlich ist... ist, dass man beim Kochen, Abwaschen und Waschen so sparen muss. Naja... so wenig wie möglich benutzen.

Das ist schon ne Umstellung... bei uns in Deutschland fließt das Wasser ja so lang, bis man den Hahn wieder zudreht... und hier schaut man, dass jeder Wassertropfen richtig gebraucht wird.

MAJI NI UHAI.... Wasser ist Leben!


Wir haben es eh gut, weil wir nicht jeden Tag Wasser holen müssen, nur im Moment, weil irgendwas kaputt ist, aber die meisten, eigentlich fast alle holen ja wirklich täglich Wasser mit ein bis zwei Kanister oder Eimern. Ich wollte gestern einem Afrikaner helfen seine zwei Kanister auf seinem Fahrrad zu befestigen, dann ist sein (selbergebauter) Gepäckträger abgebrochen. Die Kanister sind runter gefallen und einer hatte dann ein Loch. Dann musste er erstmal sein Fahrrad reparieren und dann ist er nur mit einem Kanister nach Hause gegangen – der tat mir schon Leid.



Strom...

wenn der Solarstrom leer ist, dann wird auf die magische Zeit 19:00 Uhr gewartet. Weil dann der Krankenhausgenerator eingeschaltet wird, der unser Haus bis 23:00 Uhr mit Strom versorgt. Praktisch! Also eigentlich haben wir fast den ganzen Tag Strom... vielleicht 3-4 Stunden nicht.



Waisenhaus...

die Kinder sind soooo süß!! Ich hab schon einen Liebling, den ich am liebsten gleich mit nach Hause nehmen würde!

Die Arbeit zusammen mit Caro macht echt Spaß, obwohl es auch sehr anstrengend sein kann. Die Kinder sind zwischen 0 und 6 Jahren. Die Kinder ab ca. 4 Jahre gehen Vormittags in die Schule, da dürfen Caro und ich den Englischunterricht übernehmen. Nachmittags spielen, basteln und singen wir mit den Kindern... ist zwar anstrengend, aber es macht wirklich Spaß!



Taty!!!! Ich hätte dich gern da! Der Chor in der Kirche wär was für dich! Singen, Tanzen, Klatschen, Trommeln und Rhythmusinstrumente. Echt ein tolles Erlebnis – Gänsehautfeeling!

Und der ganze Rest darf mit klatschen und so... „schee!“



Einkaufen...

jeden Samstag ist Markt in Rulenge. Man könnte es auch als rießigen Farbklecks bezeichnen :-)

So bunt... alle verkaufen frisches Obst und Gemüse und was man sonst noch so die Woche über braucht. Es gibt echt alles...

Natürlich sind alle Menschen in bunte Kangas eingewickelt... bzw. mit Kangas gekleidet,

deswegen schaut der Markt einfach nur aus, wie ein bunter Haufen. Toll!

Und sonst... man kann jeden Tag frisches Obst und Gemüse an der Straße kaufen... Tomaten, Paprika, Ananas, Bananen, Avocados und bald ist Mangozeit.... ich freu mich schon!

Geschäfte gibt’s hier auch einige. Da gibt es dann alles bunt gemischt, von Klopapier, Zucker, Eier und ab und zu auch Brot bis zu Kangas, Bürsten und Kannen. So Tante-Emma-Läden halt.



Tiere...

wir haben vier Haustiere.... zwei Hunde (Kali und Kila) und einen Hahn (Peter) und eine Henne (Petra). Die sind toll, aber Peter kräht uns in der Früh immer aus dem Bett...

„ wär was für dich Ewa!“ :-)

...ich wurde ja schon gefragt, welche Tiere ich denn schon gesehen hab... also...

Küchenschaben sind ja eh überall, Eidechsen gibt es hier mehr als genug (auch im Haus), die Ziegen rennen jeden Tag mindestens vier Mal am Haus vorbei und Kühe bzw. Ochsen mit rießigen Hörnern sind auch überall. Aber die schauen meistens sehr abgemagert aus.



...und wie gesagt... in Afrika ist alles ein bisschen langsamer – Polepole = Langsam – das ist eine Lebensweise, die sich jeder Mensch angewöhnen sollte, weil man das Leben dann einfach mal genießen kann...

aber man muss sich halt dann auch dran gewöhnen, dass die Menschen oft zu spät kommen ;-)


…wenn irgendwer noch Fragen hat, dann mailt mir doch einfach! Ich schau, dass ich jetzt dann öfter mal ins Internet komm, aber das ist hier alles halt nicht so einfach wie in Deutschland.



Und an Helga... Station 1 und 2... richte allen auf der Station einen ganz lieben Gruß von mir aus!

Ich hoffe euch geht’s gut!



...und Mama, mach dir keine Sorgen, mir geht’s hier echt gut...


hab euch alle lieb!!


kwa heri... usiku mwema!


Ene :-)

Montag, 14. September 2009

Noch einmal schlafen...

...aber ich glaub trotzdem, dass Mama und Papa mehr aufgeregt sind als ich ;-)
Ich bin so langsam einfach nur gespannt was auf mich zukommt!
Ich glaub, ich hab alles eingepackt und was ich nicht hab, dass kann ich sicher auch noch irgendwo in Tansania kaufen. Die Koffer sind zu und ich bin fertig für den Flug.
Jetzt muss es nurnoch losgehn...
Also... ich melde mich wieder sobald ich Internet hab.

kwa heri
Ene

Samstag, 13. Juni 2009

Uhuru na Umoja!

Für ein Jahr nach Afrika zu gehen und dort mit Kindern zu arbeiten war schon immer ein großer Traum von mir! Jetzt wird er endlich wahr!
Am 15. September 2009 geht es los für mich...
...ich darf endlich für ein Jahr zu den Straßenkindern nach Tansania, genau Ngara.
Was alles auf mich zu kommt weiß ich noch nicht genau, aber das wird schon werden ;-)

Ach genau... die Amtssprache in Tansania ist Swahili oder auch Suaheli genannt,
und mein lieblings Satz oder Spruch ist... HAKUNA MATATA! (=keine Sorgen!)


kwa heri
Renate : )