Sonntag, 18. Oktober 2009

KARIBU TANZANIA

Sorry... hat ein bisschen länger gedauert...

...aber das ist in Afrika nun mal so ;-)


Welcome to Tanzania – Karibu Tanzania!


Ich fang jetzt einfach mal beim 15. September an.

Fliegen ist sooo unbeschreiblich toll! Man muss aber dazu sagen, dass ich zum ersten Mal geflogen bin... einfach herrlich! Ich war eigentlich nicht wirklich aufgeregt. Hab mich einfach nur gefreut, dass es endlich losgeht. Mama und Papa waren sicher viiiieeel aufgeregter als ich :-)

Der Flug war super – keine Schwierigkeiten. (...ich bin über die Sahara geflogen!! ) Und dann haben Caro und Ich noch einen netten Tansanier kennen gelernt, der uns am Flughafen in Dar es Salaam geholfen hat. *Danke Peter*


Geofrey, ein Freund von mir, hat uns vom Flughafen abgeholt und zu unserem Hotel (oder so) begleitet. Die Taxifahrt war unglaublich spannend, obwohl es schon dunkel draußen war. Ich wusste echt nicht wo ich zuerst hinschauen soll... so viele Menschen... so viele Eindrücke... einfach Wow!

Die erste Nacht in Tansania war sehr kurz. Am nächsten Tag gings gleich weiter nach Mwanza.

...mit einem netten kleinen Flugzeug :-)


Mama Kilala, eine echt liebe deutsche Frau, die schon seit ungefähr 40 Jahren in Tanzania lebt, hat uns abgeholt und uns gleich das wahre Leben in Afrika gezeigt....

Menschen, Farben, Getümmel, noch mehr Menschen...

bei uns sieht man nicht mal die Hälfte von der Menschenmenge, wenn man in der Stadt auf die Straße geht und da... da ist das jeden Tag so!


Bei Mama Kilala waren Caro und ich 2 Wochen – Sprachkurs und irgendwie auch so ne gewisse Eingewöhnungszeit. Unser Sprachlehrer war echt super... und mittlerweile kann ich mich auch schon einigermaßen gut verständigen. Die Sprache ist toll... und eigentlich nicht so schwer zum lernen.

Als ich das erste Mal in Mwanza in der „Innenstadt“ war (...Mama Kilala wohnt eher außerhalb...), hab ich mich ein bisschen komisch gefühlt. Alle, ja ich glaub wirklich alle Menschen, haben uns Weiße bzw. Europäer (Kiswahili: Wazungu) angeschaut bzw. angestarrt. Schrecklich!

Viele Kinder stehen da und schreien „Mzungu Mzungu!“ Und... viele denken auch, dass wir Weiße reich sind und deshalb müssen sie Respekt zeigen. Naja, ich finde das nicht so toll... aber man muss sich einfach damit abfinden, glaub ich.

Was ich in den ersten 2 Wochen auch gelernt hab, sind die kleinen Smalltalks... natürlich auf Kiswahili :-) It`s like this...

„Habari?“ - „Mzuri“ , „Habari za asubuhi?“ - „Njema“ , „Habari za nyumbani?“ - „Mzuri“ …

...jetzt kurz auf Deutsch... „Wie geht`s ...dir? / ...zu Hause? / ...deiner Familie? / ...heute? / ...usw.“

Und eigentlich antwortet man auf alles mit „Gut“ (= Njema, Mzuri, Salama...)

Also alles ist Super! ;-)


Mama Kilala hat nen eigenen Kindergarten (im Haus)... und Kinder sind halt die besten Lehrer... vor allem, wenn sie kaum Englisch sprechen. Mit Aniseti, die Haushaltshilfe von Mama Kilala, hab ich auch viel Kiswahili geübt... also er hat mir sehr viele Wörter beigebracht. Dafür hab ich ihm ein bisschen Gitarre spielen beigebracht – und wenn meine Gitarre das Jahr überlebt, dann schenke ich sie ihm, bevor ich wieder zurück flieg :-) Mei... der wird sich freun!! :-)



Essen...

...also, an alle die immer noch denken, dass ich in Afrika nur Käfer zum Essen bekomme...

CHAKULA NI KIZURI!!! - DAS ESSEN IST SUUUUUPER!

Ich liebe Ugali (Maisbrei), süße und normale Kartoffeln, Reis, Kochbananen und süße Bananen, den Fisch aus dem Viktoriasee und auch alles andere... vor allem das frische Obst aus dem Garten...

*P.S.: Hab nen Bananen- und nen Mangobaum im Garten* *g*


also... die Afrikaner haben echt ne super gute Küche!! und gesund!! wenig bis kein Fett :-)



Am 30. September wurden Caro und ich dann abgeholt... um endlich in unsere Einsatzorte zu gelangen ;-) Father Didas, Marcus und Sören haben uns abgeholt... (an alle die das noch nicht wissen... Marcus und Sören sind schon im August geflogen, d.h. ein Monat früher als Caro und ich; und die zwei sind auch Freiwillige vom BDKJ)

...naja, auf alle Fälle war die Fahrt nach Rulenge super... erstmal mit der überfüllten Fähre ans andere Ufer und dann.... waren wir mitten in der Pampa.

Faszinierend... dieses Land... einfach faszinierend! Wir sind bloß der roten Straße gefolgt... mitten im Nichts... sind durch ein paar kleine Orte gefahren und überall verstreut zwischen den Bananenbäumen waren immer wieder mal zwei bis drei kleine Lehmhäuser. Und auf der Straße ist aber trotzdem immer was los... Menschen, keine Autos, aber viele Menschen zu Fuß oder mit dem Fahrrad und meistens haben die noch irgendwas auf dem Kopf getragen.


Die tragen echt alles auf dem Kopf, egal ob Wasserbehälter, Bananenstauden, Körbe, Baumstämme oder Schultaschen... unglaublich!


Was man in Tansania schnell lernt, ist... erste Regel – Linksverkehr und zweite Regel – Hupen statt Bremsen! Bremsen wäre auf den Sandstraßen eh nicht so gut... aber man muss dann eben wissen, dass das Hupen bedeutet „geh aus dem Weg“ :-)



Rulenge...

ach ja, ich bin die ersten Wochen in Rulenge, dh. ich kann noch nicht in meinem Projekt anfangen, weil mein Projektplatz ja in Ngara ist (ca. eine Stunde weit weg, mit dem Auto).

Das Problem ist... ich hab noch keinen Schlafplatz in Ngara, weil ich eigentlich in der Parish schlafen soll, aber der Bischof ist noch nicht umgezogen. D.h. für mich, ich muss erstmal warten bis der Bischof in sein neues Haus eingezogen ist und dann kann ich nach Ngara ziehen und endlich in meinem Projekt anfangen.

Ich hoffe, (wenn alles so klappt, wie`s sollte) dass ich spätestens Anfang November anfangen kann.

*wie schon gesagt, hier in Afrika ist alles ein bisschen langsamer* PolePole


Jetzt bin ich ja schon ungefähr zwei Wochen in Rulenge, wohne momentan bei einer Entwicklungshelferin, zusammen mit Caro, Marcus und Sören, und gehe fleißig mit Caro zur Arbeit ...Caro`s Projektplatz ist das Waisenhaus in Rulenge.

Wir wohnen in einem sehr europäisch eingerichteten Haus (das Haus hat eine deutsche Familie gebaut, die bis vor ein paar Monaten noch hier gelebt hat). Wir haben einen Wassertank, Strom und eigentlich alles was man so zum Leben braucht.

Obwohl ich manchmal gern nen Kühlschrank hätte :-)



Wasser...

Zurzeit haben wir so kleine Wasserprobleme... also wir haben schon Wasser, aber die Pumpe ist immer wieder mal kaputt und jetzt im Moment haben wir nur Wasser aus dem Eimer.

Wir waren selber Wasserpumpen... wie die Afrikaner...

geduscht wird halt aus dem Eimer und man muss sparsam sein – das lernt man schnell! Das mit dem Klo ist halt so ne Sache, aber was am meisten ärgerlich ist... ist, dass man beim Kochen, Abwaschen und Waschen so sparen muss. Naja... so wenig wie möglich benutzen.

Das ist schon ne Umstellung... bei uns in Deutschland fließt das Wasser ja so lang, bis man den Hahn wieder zudreht... und hier schaut man, dass jeder Wassertropfen richtig gebraucht wird.

MAJI NI UHAI.... Wasser ist Leben!


Wir haben es eh gut, weil wir nicht jeden Tag Wasser holen müssen, nur im Moment, weil irgendwas kaputt ist, aber die meisten, eigentlich fast alle holen ja wirklich täglich Wasser mit ein bis zwei Kanister oder Eimern. Ich wollte gestern einem Afrikaner helfen seine zwei Kanister auf seinem Fahrrad zu befestigen, dann ist sein (selbergebauter) Gepäckträger abgebrochen. Die Kanister sind runter gefallen und einer hatte dann ein Loch. Dann musste er erstmal sein Fahrrad reparieren und dann ist er nur mit einem Kanister nach Hause gegangen – der tat mir schon Leid.



Strom...

wenn der Solarstrom leer ist, dann wird auf die magische Zeit 19:00 Uhr gewartet. Weil dann der Krankenhausgenerator eingeschaltet wird, der unser Haus bis 23:00 Uhr mit Strom versorgt. Praktisch! Also eigentlich haben wir fast den ganzen Tag Strom... vielleicht 3-4 Stunden nicht.



Waisenhaus...

die Kinder sind soooo süß!! Ich hab schon einen Liebling, den ich am liebsten gleich mit nach Hause nehmen würde!

Die Arbeit zusammen mit Caro macht echt Spaß, obwohl es auch sehr anstrengend sein kann. Die Kinder sind zwischen 0 und 6 Jahren. Die Kinder ab ca. 4 Jahre gehen Vormittags in die Schule, da dürfen Caro und ich den Englischunterricht übernehmen. Nachmittags spielen, basteln und singen wir mit den Kindern... ist zwar anstrengend, aber es macht wirklich Spaß!



Taty!!!! Ich hätte dich gern da! Der Chor in der Kirche wär was für dich! Singen, Tanzen, Klatschen, Trommeln und Rhythmusinstrumente. Echt ein tolles Erlebnis – Gänsehautfeeling!

Und der ganze Rest darf mit klatschen und so... „schee!“



Einkaufen...

jeden Samstag ist Markt in Rulenge. Man könnte es auch als rießigen Farbklecks bezeichnen :-)

So bunt... alle verkaufen frisches Obst und Gemüse und was man sonst noch so die Woche über braucht. Es gibt echt alles...

Natürlich sind alle Menschen in bunte Kangas eingewickelt... bzw. mit Kangas gekleidet,

deswegen schaut der Markt einfach nur aus, wie ein bunter Haufen. Toll!

Und sonst... man kann jeden Tag frisches Obst und Gemüse an der Straße kaufen... Tomaten, Paprika, Ananas, Bananen, Avocados und bald ist Mangozeit.... ich freu mich schon!

Geschäfte gibt’s hier auch einige. Da gibt es dann alles bunt gemischt, von Klopapier, Zucker, Eier und ab und zu auch Brot bis zu Kangas, Bürsten und Kannen. So Tante-Emma-Läden halt.



Tiere...

wir haben vier Haustiere.... zwei Hunde (Kali und Kila) und einen Hahn (Peter) und eine Henne (Petra). Die sind toll, aber Peter kräht uns in der Früh immer aus dem Bett...

„ wär was für dich Ewa!“ :-)

...ich wurde ja schon gefragt, welche Tiere ich denn schon gesehen hab... also...

Küchenschaben sind ja eh überall, Eidechsen gibt es hier mehr als genug (auch im Haus), die Ziegen rennen jeden Tag mindestens vier Mal am Haus vorbei und Kühe bzw. Ochsen mit rießigen Hörnern sind auch überall. Aber die schauen meistens sehr abgemagert aus.



...und wie gesagt... in Afrika ist alles ein bisschen langsamer – Polepole = Langsam – das ist eine Lebensweise, die sich jeder Mensch angewöhnen sollte, weil man das Leben dann einfach mal genießen kann...

aber man muss sich halt dann auch dran gewöhnen, dass die Menschen oft zu spät kommen ;-)


…wenn irgendwer noch Fragen hat, dann mailt mir doch einfach! Ich schau, dass ich jetzt dann öfter mal ins Internet komm, aber das ist hier alles halt nicht so einfach wie in Deutschland.



Und an Helga... Station 1 und 2... richte allen auf der Station einen ganz lieben Gruß von mir aus!

Ich hoffe euch geht’s gut!



...und Mama, mach dir keine Sorgen, mir geht’s hier echt gut...


hab euch alle lieb!!


kwa heri... usiku mwema!


Ene :-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Kommentare